1. April 2012  

Projekt - Ambrosia in Klimakammern

Die Pollen des beifussblättrigen Traubenkrauts (Beifuss-Ambrosia; Ambrosia artemisiifolia) zählen zu den bislang stärksten Allergieauslösern und können sehr schnell zu allergischen Reaktionen wie Asthma führen. Dieser aggressive Neophyt aus Nordamerika breitet sich zunehmend in Europa aus und wird auch in Deutschland immer häufiger gesichtet. Ambrosia wächst überwiegend auf Ruderal- und Brachflächen, sowie auf gestörten Böden. Ziel ist es, den Einfluss von verschiedenen natürlichen und anthropogenen Umwelt- und Klimafaktoren (CO2, Ozon, NO2, Luft- und Bodenverschmutzung) auf Induktion von potentiell allergenen Komponenten im Ambrosia- Pollen zu untersuchen.

 

In unseren Klimakammern haben wir die Möglichkeit die Ambrosia kontrolliert unter klima- bzw. umwelt- relevanten Bedingungen anzuziehen, das heisst es werden alle Parameter wie Temperatur, Licht, Luftfeuchte und Bewässerung kontrolliert und wir können zusätzlich verschiedene Schadgase einfliessen lassen. Unsere bisherigen Untersuchungen auf Transkript- und Proteinebene konnten zeigen, dass eine Erhöhung von NO2 genauso wie von CO2 und Trockenstress zu einem Anstieg an Amb a 1 (dem Hauptallergen) führt. Ebenso werden verschiede Stressproteine aktiviert, die z.T. auch als Allergen bekannt sind. Eine Erhöhung der Ozonkonzentration wirkt sich wiederum kaum auf die Allergenmenge von Amb a 1 aus, hat aber eine Aktivierung von Stressproteinen zur Folge. Ein weiterer Faktor, der zu einer erhöhten Allergenität führen kann, ist die potentielle Nitrosylierung von Allergenen, die wir nachweisen konnten. Nach unseren jetzigen Kenntnissen ist bei einer erhöhten Umweltbelastung auch mit «aggressiveren» Ambrosia Pollen zu rechnen. 

Frau Dr. med. Ulrike Kanter und Herr Dr. med. Dietrich Ernst, Institute für Biochemische Pflanzenpathologie, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt