1. Juni 2012  

Interleukin-17 ein entscheidender Botenstoff bei verschiedenen entzündlichen Hauterkrankungen

Im Forschungsbereich C wurden in der Arbeitsgruppe von Herrn PD Dr. med. Kilian Eyerich Untersuchungen zu Expression des Zytokins Interleukin-17 bei verschiedenen entzündlichen Hauterkrankungen durchgeführt. Interleukin-17 gehört zu Klasse der «Gewebesignalgebenden Zytokine» (tissue signaling cytocines) das von zentraler Bedeutung für die Immunität der epithelialen Oberfläche ist. Bei entsprechenden Defekten kommt es zu schweren chronischen Infektionen wie z.B. der chronischen mukokutanen Candidose wie von Mitarbeitern der Forschungsbereiche A und C bereits früher gefunden wurde. 

 

Nun untersuchte die Arbeitsgruppe an 298 Hautproben, die von Patienten mit über 30 verschiedenen häufigen entzündlichen Hauterkrankungen entnommen wurden, mit modernen immunhisto- chemischen Methoden. Dabei zeigten sich charakteristische Muster der in situ IL-17 Expression für verschiedene entzündliche Hauterkrankungen, insbesondere auch im Hinblick auf die Art der positiv markierten Zellen, nämlich ob es sich vorwiegend um T-Lymphozyten oder neutrophile Granulozyten oder beide handelte. Akute bakterielle und fungale Infektionen (Pilzerkrankungen) zeigten starke Markierungen sowohl für Interleukin-17-positive Lymphozyten und Granulozyten. Bei granulomatösen Erkrankungen (wie z.B. Sarkoidose oder Granulomaanulare) handelte es sich vorwiegend um Lymphozyten. Bei Lichenruber fanden sich sehr wenig Interleukin-17-positive Zellen, während sich Psoriasis (Schuppenflechte) sowohl durch die Anwesenheit von Interleukin-17-positiven Lymphozyten und Granulozyten auszeichnete. Beim Ekzem wiederum waren lediglich die Lymphozyten positiv. 

Diese unterschiedlichen Expressions-Muster des so wichtigen Entzündungs- Zytokins könnten in der Diagnostik aber auch für die Therapie unterschiedliche entzündliche Hauterkrankungen grosse Bedeutung erlangen.