Workpackage 1 – Die Einflüsse der Umwelt auf atopische Erkrankungen

Leitung: Prof. Dr. med. Claudia Traidl-Hoffmann, München/Augsburg

Allergische Erkrankungen entstehen auf der Grundlage einer genetischen Prädisposition und von Signalen der Umwelt. Dabei wird Umwelt als Summe der Exposition gegenüber physikalischen, biologischen und psychosozialen Faktoren definiert. Das primäre Ziel von WP1 besteht darin, Umweltfaktoren zu ermitteln, die für die Entstehung und das Fortbestehen von Allergien verantwortlich sind. Dies wiederum stellt eine Voraussetzung für die Entwicklung von Präventionsstrategien dar, damit Allergie-Epidemien eingedämmt werden können.

Früher waren «Gene» die primären und somit wichtigsten Faktoren, denen Wissenschaftler eine zentrale Rolle für die Anfälligkeit gegenüber allergischen Erkrankungen zuschrieben. Durch die Erkenntnis, dass Umwelteinflüsse über sogenannte epigenetische Mechanismen, die Gene regulieren können, gewann die Umwelt als ursächlicher Faktor erheblich an Bedeutung: Die Epigenetik bietet heute eine Antwort auf die Frage, wie sich Umwelt und deren Veränderung auf Individuen auswirkt. Damit wir Allergien verstehen und eindämmen können, müssen wir die Umwelt und deren Veränderungen «messen». Als Umwelt definieren wir nicht nur luftgetragene natürliche oder vom Menschen geschaffene Substanzen, sondern erweitern unsere Untersuchungen insbesondere auf die Analyse des Mikrobioms – die Gesamtheit aller Mikroorganismen auf unserer Haut. Durch die einzigartige Konstellation von Grundlagenforschern und klinisch tätigen Ärzten bietet sich CK-CARE die Gelegenheit, dieses neue Feld der Forschung umfassend zu bearbeiten. Schwerpunkte unsere Forschungsarbeiten umfassen:

  • WP1 wird Umweltfaktoren identifizieren, die den natürlichen Verlauf allergischer Reaktionen beeinflussen. Insbesondere die Keimbesiedelung (Mikrobiom) der Haut steht im Fokus der Analysen der «unmittelbaren Umgebung» allergischer Patienten.
  • Die Identifizierung, Charakterisierung und funktionelle Analyse dieser Umweltfaktoren ist eine Grundvoraussetzung, um Interaktionen Umwelt-Mensch im Detail zu verstehen (diese Forschungsergebnisse liefern Grundlagen für Untersuchungen in den anderen Workpackages).
  • Durch Simulation von unterschiedlichen Klimaszenarien im Gewächshaus bzw. in der Klimakammer werden wir verstehen, was Allergiker zukünftig in Bezug auf Pollenbelastung und Pollen-Aggressivität zu erwarten haben.