7. April 2020  

ALLERGIE und CORONAVIRUS

Informationen und Tipps für behandelnde Ärztinnen und Ärzte zur Betreuung von Allergiebetroffenen:

Prof. Dr. med. Peter Schmid-Grendelmeier, Leiter Allergiestation, Dermatologische Klinik USZ

Link zum Video 

 
9. März 2020  

Allergiediagnostik nur über Nasensekret möglich

Zentrale Ergebnisse:

  • Die Studie belegt Korrelation zwischen den im Nasensekret und Blutserum gemessenen IgE-Konzentrationen für ein Portfolio luftgetragener Allergene
  • Die Studie ermöglicht einen Allergietest, der nur eines Nasenabstrichs bedarf

Bis zu 40 % der Europäischen Bevölkerung leidet an Allergischer Rhinitis, die durch luftgetragene Allergene wie Pollen, Pilzsporen oder die Ausscheidungen der Hausstaubmilbe ausgelöst wird. Besonders für Kinder empfehlen die Leitlinien eine möglichst früh einsetzende spezifische Immuntherapie (ASIT). Zur Diagnose werden hierfür meist Pricktests oder Bluttests angewendet, um das jeweils allergenspezifische Immunglobulin (sIgE) nachzuweisen. Ist dies auf diesem Weg trotz klinischer Symptome nicht möglich, wird in der Regel auf einen Provokationstest zurückgegriffen. Durch neueste Entwicklungen auf dem Bereich der Mikrochiptechnologie wurde es möglich, anhand kleinster Mengen von Serum (30µl), die spezifische Konzentration der Antikörper (IgE) von 112 Allergenen gleichzeitig zu bestimmen. Ziel dieser Studie war es, diese Technologie auch auf das Nasensekret anwendbar zu machen und so am Ende ein Diagnoseinstrument zu entwickeln, das aufgrund der non-invasiven Entnahme der benötigten Probe, auch bei kleinen Kindern einfach angewendet werden kann.

 

Studienablauf und Ergebnisse
In der Studie wurden Probanden mit und ohne Sensibilisierungen gegenüber den gängigsten Aeroallergenen (Ausscheidungen der Hausstaubmilbe, Gräserpollen und Pollen der Birkengewächse wie Birken, Haselnuss und Erle) untersucht. Dabei wurden die spezifischen IgE-Konzentrationen mithilfe des ImmunoCAP ISAC 112 entsprechend der Vorgaben des Herstellers (Thermo Fischer Scientific, Uppsala, Sweden) in den Proben aus dem Nasensekret und Blut bestimmt. Es ergaben sich signifikante positive Korrelationen zwischen dem Nasensekret- und Bluttest auf mehreren Ebenen: sowohl die Untersuchung spezifischer Allergenkomponenten, also auch die der spezifischen Sensibilisierungsprofile der Probanden lieferten für beide Methoden der Probenentnahme ähnliche Ergebnisse. Darüber hinaus fand sich eine vergleichbare Spezifizität der Nasensekret- und Serum-Tests, lediglich die Sensitivität des Serumstests stellte sich als höher heraus, was daran liegt, dass die Testmethode bislang für Blutproben optimiert ist. Vorangegangene Studien konnten einen Zusammenhang zwischen IgE aus Serum und Nasensekret bereits für einzelne Aeroallergene nachweisen. Mit dieser Studie liegen nun Ergebnisse für die Sensibilisierung gegenüber  einem gesamten Panel an verschiedenen Aeroallergenen vor, die eine Profilerstellung ermöglicht. Darüber hinaus wird die neue Diagnosemethode gegenüber herkömmlichen Allergiediagnostik-Verfahren evaluiert. Die Ergebnisse sind für die Verbesserung der vorhandenen Diagnosemöglichkeiten, besonders für Kinder, von hoher Relevanz.

Abbildung 1: Die Abbildung zeigt auf der roten Linie die Allergiediagnostik durch das Serum, auf der blauen Linie durch das Nasensekret. Die beiden Linien zeigen einen  vergleichbaren Verlauf. (Grafik: Allergy?). Link zu PubMed. 

 

 
27. Januar 2020  

Der Lilly Immunodermatology Award - Prof. Dr. med. Marie-Charlotte Brüggen

Die SGDV vergibt seit dem Jahr 2017 zur Förderung der Forschung im Bereich Immunodermatologie einen von der Firma Eli Lilly (Suisse) S.A. zur Verfügung gestellten Preis. Er ist mit CHF 10‘000.- dotiert und soll die Forschungsaktivitäten von Jungwissenschaftlern bis 40 Jahre im Bereich der Immunodermatologie unterstützen. Die Bewerbungen werden von einem wissenschaftlichen Board beurteilt und an der Jahresversammlung der SGDV überreicht. Den Preis 2019 erhielt Prof. Dr. med. Marie-Charlotte Brüggen für ihre Arbeit zum immunologischen Status des subkutanen weissen Fettgewebes1.

Die gebürtige Baslerin wurde für ihre profunden Forschungen bereits mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Sie arbeitet und forscht als Dermatologin sowohl am Universitätsspital Zürich und der Universität Zürich als auch am Medizincampus Davos.

Link zum Interview mit Prof. Brüggen (Pressemitteilung der SGDV).

1 Brüggen MC et al: "Subcutaneous adipose tissue harbors a leukocyte compartment distinct from skin." SGDV 2019 Poster (433) 19.-20.9.2019, Basel.
Glossar: Die Abkürzung SGDV steht für Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie
Quelle: Dermatologica Helvetica, Januar 2020, Volume 32, Nr. 1. S. 34

 

AGENDA

10. Juni 2020, Ittingen, Kartause Ittingen
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